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Emotionale Fähigkeiten spielerisch stärken - 5 Übungen und Rituale für deinen Unterricht

vor 27 Minuten
3 Min. Lesezeit

Sozial-emotionales Lernen (SEL) umfasst Fähigkeiten wie Emotionsregulation, Empathie, Selbstreflexion und Beziehungsfähigkeit. Kinder und Jugendliche, die lernen, ihre Gefühle zu verstehen und mit anderen in Verbindung zu treten, sind besser gewappnet für schulische Herausforderungen und fürs Leben.

Gerade im hektischen Schulalltag bleibt für diese Kompetenzen jedoch oft wenig Zeit. Dabei zeigen Studien klar: Wenn wir SEL gezielt fördern, profitieren nicht nur das Klassenklima und das Wohlbefinden der Schüler:innen, sondern auch ihre Lernleistungen.


Ich möchte dir hier ein paar Übungen zeigen, die du in Grundschule und in der Sek I einsetzen kannst, um die emotionalen Fähigkeiten deiner Schüler:innen spielerisch zu stärken.


Welche Emotionalen Fähigkeiten sind wichtig?



Es gibt verschiedene Fähigkeiten, um emotional (und damit oft auch sozial) kompetent zu handeln, die unterschiedlich komplex sind und sich in verschiedenen Altersbereichen entwickeln. Ich möchte dir hier eine kleine Auswahl vorstellen. Wenn dich, das Thema interessiert, lies gern hier vertieft nach!


  1. Emotionen bei sich wahrnehmen 

  2. Emotionen ausdrücken 

  3. Emotionen bei anderen wahrnehmen 

       und verstehen 


  1. Emotionen regulieren & Konflikte lösen

  2. Empathie


Die einzelnen Fähigkeiten bauen jeweils wiederum auf einer Fülle an Subfähigkeiten auf. Um Emotionen auszudrücken, muss ich sie zunächst körperlich wahrnehmen, im zweiten Schritt benötige ich dann ein entsprechendes Emotionsvokabular, um die Emotionen auch verbal ausdrücken zu können. Die Übungen und Rituale stärken daher meist nicht isoliert einzelne Fähigkeiten, sondern mehrere.


Emotionen bei sich wahrnehmen: Das Wutthermometer


Beim Wutthermometer geht es darum, die eigene Wut wahrzunehmen.

Das Thermometer wird auf den Tisch geklebt und der/die SoS kann den Regler entsprechend bewegen. Wenn er in einen roten Bereich kommt, darf er bspw. den Calm Space aufsuchen oder den Raum verlassen oder eine andere Strategie wählen, die ihm oder ihr hilft, mit seiner Wut umzugehen.


Wenn du die Übung auf verschiedene Emotionen erweitern möchtest, kannst du auch mit einem Gefühlsrad arbeiten, das jedes Kind auf seinem Platz klebt und dann jeden Morgen einen kleinen Timeslot für einen Gefühls-Check-In geben.


Emotionen ausdrücken: Weekly Dedication


Dieses Ritual stärkt nicht nur das Gemeinschaftsgefühl deiner Klasse, sondern fördert auch noch wichtige emotionale Kompetenzen. Schüler:innen berichten von Menschen, die sie in der vergangenen Woche inspiriert haben und warum. Dabei lernen sie auszudrücken, was sie berührt, begeistert und wie sie sich in verschiedenen (sozialen) Situationen gefühlt haben. Dieser wöchentliche Zeitslot kann auch genutzt werden, um Entschuldigungen loszuwerden.


Emotionen wahrnehmen und verstehen: Bewegungsspiel


Der Klassenraum oder Schulhof wird in Emotions-Zonen eingeteilt (z.B. Angst, Freude, Wut, Aufregung etc.). Je älter die Schüler, desto vielfältiger können die Emotionszonen sein. Sie können auch mit Kreide auf dem Schulhof fixiert werden. Die Lehrperson liest emotionsauslösende Situationen vor, Kinder bewegen sich in entsprechende  Emotionszone. So lernen sie, dass andere sich in bestimmten Situationen anders fühlen können.


Auslösende Situationen könnten z. B. sein:




Emotionen regulieren & Konflikte lösen: Rollenspiele


SuS spielen eine (Konflikt-)Situationen nach (entsprechend ihrer Rollenkärtchen), sie sammeln gemeinsam Lösungsideen, spielen alle Ideen durch im Rollenspiel. Anschließende besprechen sie in der Gruppe, welche Strategie sinnvoll ist, welcher weniger. Anstelle von kleinen Kärtchen mit den Situationen können als Impuls auch kurze Videos verwendet werden.


Unten findest du Beispiele für solche Rollenspiele, die du mit deiner Klasse ausprobieren kannst.


Empathie: Walking in their shoes


Um empathisch zu handeln, braucht es unter anderem die Fähigkeit der Perspektivübernahme, aber auch die Fähigkeit, eigene Emotionen zu regulieren. Wenn ich selbst überflutet werde, dann kann ich nicht für andere da sein. In der Klasse kannst du vor allem dafür sorgen, dass eine empathische Grundstimmung herrscht, z.B. indem du Empathy Maps verwendest (dazu findest du einen extra Blog-Artikel hier).


Außerdem kann es sinnvoll sein immer mal "die Schuhe zu wechseln", in denen man läuft. Dazu bietet sich besonders gut der Deutsch- oder Fremdsprachenunterricht an. Hier kannst du deine Schüler:innen anleiten, die Perspektive von Figuren aus Filmen, Büchern und Serien einzunehmen und zu überlegen, was wohl ihre Emotionen, Motive und Beweggründe sind. Viele Handlungs- und Produktionsorientierte Verfahren eignen sich hier gut:




  • innere Monologe, Tagebucheinträge

  • Chatverläufe von Figuren erfinden

  • einen Abschnitt aus der Sicht einer anderen Figur erzählen

  • Gedankenblasen ergänzen

  • Hot Seat oder Interview mit einer Figur

  • ...



Ich hoffe, du konntest ein paar Anregungen für deinen Unterricht mitnehmen. Welche Übungen nutzt du gern, um die emotionalen Fähigkeiten deiner Schüler:innen zu stärken? Schreib's gern in die Kommentare!





 
 
 

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